Silberne Frequenz 2017

Piene reloaded N° 2

Das Atelier von Prof. Daniel Hausig bekam 2017 die Gelegenheit die 1972 entstandene Lichtinstallation „Silberne Frequenz“ von Otto Piene neu zu bespielen. Ab dem 16. Oktober 2017 waren über zwei Wochen lang die Arbeiten der KünstlerInnen an der Südfassade des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster unter dem Titel „Piene reloaded N°2“ zu sehen.

Ganz im Sinne des „Pioniers der Lichtkunst“ Otto Piene (1928–2014) hat das Atelier von Prof. Daniel Hausig mit Studierenden und Lehrenden der HBKsaar über mehrere Semester mit dem Low-Resolution-Screen am Modell und vor Ort experimentiert und ein aus vier Akten bestehendes, zeitgenössisches Lichtkunst­werk, zum Thema PUNKT – WELLE – FLÄCHE – PARTIKEL erarbeitet.  Die „Silberne Frequenz“ zeigt, wie sich in einer Zeit, in der sich die Menge möglicher Bildpunkte in einem Display rasant erhöht hat, ein Bild verhält, wenn die eingelagerten Informationen immer weiter abstrahiert und auf Farbe, Form und Bewegung als kompositorisches Material reduziert werden.

Silberne Frequenz – Piene reloaded N°2 | Oktober 2017 | LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster | Fotos: Daniel Hausig

Schon 1957, im Gründungsjahr des Gruppe „Zero“, hatte Otto Piene die Arbeit „Frequenz“ entwickelt. Es handelt sich um eine Wandarbeit mit einer Rasterstruktur von 825 Punkten in 33 Reihen mit je 25 Punkten, die ein Lichtspiel mit dem silbernen Farbgrund bilden. „Das Licht der Farbe auf Bildern in seinem Scheinen flutet zwischen dem Bild und dem Betrachter und erfüllt den Raum, der zwischen ihnen liegt.“, beschrieb sie Otto Piene.
[Piene, Otto: Über die Reinheit des Lichts“. In: ZERO 2, Oktober 1958, Seite 27].

In den 1960er Jahren hatte Piene seine ersten Lichtmaschinen und Rauminstallationen realisiert, darunter die „Corona Borealis“ (1965) und der „Weiße Lichtgeist“ (1966). Aus diesen Arbeiten heraus entstanden erste Aufträge, so auch die Fassadengestaltung des Erweiterungsneubaus des Westfälischen Landesmuseums mit 639 Lichtpunkten. 1972 wurde die „Silberne Frequenz“ an der Fassade des Erweiterungsbaus des Landesmuseums Münster eingeweiht, 2014/2015 wurde sie in Zusammenarbeit mit dem Künstler überarbeitet. In der aktuellen Fassung ist die „Silberne Frequenz“ eine niedrig-auflösende Matrix mit 420 Lichtbildpunkten (30×14), die einzeln digital gesteuert werden können.

 

TeilnehmerInnen
Mert Akbal • Nicole Fleisch • Echo Hui • Lukas Jochum • Octavian Mariutiu • Anais Nisimov • Michael Schmitz • Voitenko Oleksii • David Rohner • Simone Stengel • Michael Voigt

Künstlerische Leitung
Daniel Hausig und Ingo Wendt

Fotos: Daniel Hausig